Core Web Vitals verbessern: Der Praxisleitfaden für Websites von KMU in Österreich

Grafik mit den Grenzwerten der Core Web Vitals: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1

Kurzantwort vom Team

Core Web Vitals sind drei Messwerte von Google für die Nutzererfahrung Ihrer Website: LCP (Laden, gut bis 2,5 Sekunden), INP (Reaktion, gut bis 200 Millisekunden) und CLS (stabiles Layout, gut bis 0,1). Gemessen wird bei echten Besuchern, getrennt für Handy und Desktop. Ihre Seite besteht nur, wenn alle drei Werte bei mindestens 75 % der Seitenaufrufe im grünen Bereich liegen.

Warum Core Web Vitals für Ihr Geschäft zählen, nicht nur für Google

Die meisten Artikel zu diesem Thema drehen sich ums Ranking. Das ist ein Teil der Wahrheit, aber nicht der wichtigste. Für Sie als Unternehmer zählt am Ende, ob aus einem Besuch eine Anfrage, ein Anruf, eine Buchung oder eine Bestellung wird.

Eine langsame oder zappelige Website kostet Sie an drei Stellen:

  • Bevor jemand überhaupt etwas sieht. Wer auf eine weiße Seite starrt, geht. Diese Besucher tauchen in Ihrer Statistik oft nur als „Absprung“ auf.
  • Beim ersten Klick. Wenn das Menü oder der Button nach dem Antippen spürbar hängt, wirkt das unprofessionell. Viele tippen dann ein zweites Mal oder geben auf.
  • Beim Formular. Springt das Layout, während jemand Ihr Kontaktformular ausfüllt oder auf „Absenden“ zielen will, landet der Finger schnell daneben. Das ist frustrierend und kostet Anfragen.

Bei FroschMEDIA beschäftigen wir uns täglich mit Conversion-Optimierung, also mit der Frage, warum Besucher kaufen oder anfragen und warum nicht. Ladezeit ist dabei selten das einzige Problem, aber sie ist oft das erste. Ein noch so gutes Angebot hilft nichts, wenn die Seite den Besucher vorher verliert.

Und das Ranking? Google empfiehlt gute Core Web Vitals und schreibt, dass sie den Anforderungen seiner Ranking-Systeme entsprechen. Wie stark sie gewichtet werden, verrät Google nicht. Ehrlich eingeordnet heißt das: Core Web Vitals sind ein Signal unter vielen. Eine schnelle Seite mit schwachem Inhalt rankt nicht automatisch gut, und ein PageSpeed-Score von 100 ist kein Garant für Platz 1. Gute Werte nehmen Ihnen aber eine Bremse weg, und Ihre Besucher danken es Ihnen in jedem Fall.

mehr Anfragen aus Ihrer bestehenden Website

Die drei Core Web Vitals verständlich erklärt

Alle drei Werte haben eine Ampel: gut, verbesserungswürdig oder schlecht. Hier die offiziellen Grenzwerte auf einen Blick:

Messwert Was er misst Gut Verbesserungswürdig Schlecht
LCP – Largest Contentful Paint Wie schnell der größte sichtbare Inhalt da ist bis 2,5 s über 2,5 s bis 4 s über 4 s
INP – Interaction to Next Paint Wie schnell die Seite auf Klicks und Tippen reagiert bis 200 ms über 200 ms bis 500 ms über 500 ms
CLS – Cumulative Layout Shift Wie stark Inhalte unerwartet verrutschen bis 0,1 über 0,1 bis 0,25 über 0,25

Quelle: web.dev, „Web Vitals“ und „Defining the Core Web Vitals metrics thresholds“.

Zwei Details sind wichtig und werden oft übersehen:

  • Das 75. Perzentil: Es zählt nicht Ihr bester Besuch und auch kein Durchschnitt. Der Wert muss bei mindestens 75 % der Seitenaufrufe im grünen Bereich liegen. Die langsamen Handys Ihrer Kunden zählen also mit.
  • Handy und Desktop werden getrennt bewertet. Viele Seiten sind am Büro-PC flott und am Smartphone träge. Für die meisten KMU-Seiten ist die mobile Bewertung die wichtigere.

Und: Alle drei Werte müssen grün sein. Ein sehr guter LCP gleicht einen schlechten INP nicht aus.

Core Web Vitals Grenzwerte: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1 gelten als gut“

LCP: Wann ist das Wichtigste zu sehen?

LCP misst, wann das größte Element im sichtbaren Bereich fertig geladen ist. Meist ist das Ihr großes Titelbild, ein Slider oder die Hauptüberschrift. Für den Besucher ist das der Moment, in dem die Seite „da“ ist.

Alltagsbeispiel: Sie betreten ein Geschäft, und das Licht geht erst nach vier Sekunden an. Sie stehen zwar schon drin, sehen aber nichts. So fühlt sich ein schlechter LCP an.

INP: Reagiert die Seite, wenn man draufdrückt?

INP misst, wie schnell Ihre Seite sichtbar reagiert, wenn jemand tippt, klickt oder etwas eingibt: das Menü öffnet sich, ein Akkordeon klappt auf, ein Formularfeld wird aktiv. Dabei zählt nicht nur der erste Klick, sondern die Reaktion über den gesamten Besuch.

INP hat im März 2024 den früheren Wert FID (First Input Delay) abgelöst. Falls Sie in älteren Artikeln oder Tools noch FID lesen: Das ist überholt.

Alltagsbeispiel: Sie drücken beim Lift den Knopf, und er leuchtet erst nach einer Sekunde auf. Sie drücken noch einmal, weil Sie nicht sicher sind, ob es funktioniert hat. Genau das passiert auf Websites mit schlechtem INP.

CLS: Bleibt alles, wo es ist?

CLS misst, wie stark Inhalte während des Besuchs unerwartet verrutschen. Typisch: Sie wollen einen Link antippen, plötzlich lädt oben ein Bild oder ein Banner nach, alles rutscht nach unten, und Sie erwischen etwas anderes.

Alltagsbeispiel: Jemand zieht Ihnen beim Unterschreiben das Blatt weg. Lästig, und auf einer Website kostet es im schlimmsten Fall die Anfrage.

Der 2-Minuten-Selbsttest mit PageSpeed Insights

Sie brauchen dafür keine Vorkenntnisse und kein Konto. So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie PageSpeed Insights: Rufen Sie pagespeed.web.dev auf. Das Tool ist kostenlos und stammt von Google.
  2. Adresse eingeben: Tippen Sie die Adresse Ihrer Startseite ein, zum Beispiel www.ihre-firma.at, und klicken Sie auf „Analysieren“. Der Test dauert meist weniger als eine Minute.
  3. Auf „Mobil“ achten: Oben können Sie zwischen Mobil und Desktop wechseln. Schauen Sie sich zuerst die mobile Ansicht an.
  4. Den oberen Bereich lesen: Ganz oben steht, ob Ihre Seite die Core-Web-Vitals-Bewertung bestanden hat. Diese Werte stammen von echten Besuchern (Felddaten). Das ist der wichtigste Teil des Berichts.
  5. Die drei Werte notieren: Schreiben Sie sich LCP, INP und CLS auf, jeweils mit Farbe (grün, orange, rot). Vergleichen Sie mit der Tabelle oben.
  6. Erst dann die Punktzahl ansehen: Weiter unten folgt die bekannte Zahl von 0 bis 100. Sie stammt aus einem simulierten Test (Labordaten). Sie ist hilfreich für die Fehlersuche, aber sie ist nicht die Core-Web-Vitals-Bewertung.
  7. Wiederholen Sie den Test für Ihre wichtigste Unterseite: etwa die Leistungsseite oder das Kontaktformular, also die Seite, auf der Anfragen entstehen.

PageSpeed Insights Selbsttest: Core-Web-Vitals-Bewertung mit LCP, INP und CLS in der mobilen Ansicht

Warum Punktzahl und echte Werte so oft auseinanderliegen

Viele unserer Gesprächspartner sind verwirrt: Die Punktzahl ist rot, die Bewertung oben aber bestanden. Oder umgekehrt. Das ist kein Fehler, sondern der Unterschied zwischen zwei Arten von Daten:

  • Felddaten kommen von echten Chrome-Nutzern, die Ihre Seite besucht haben (aus dem sogenannten Chrome User Experience Report, kurz CrUX). Laut Google bilden sie die Erfahrungen der letzten 28 Tage ab. Sie sehen sie in PageSpeed Insights oben und in der Google Search Console.
  • Labordaten entstehen in einem simulierten Test mit einem festgelegten Gerät und einer festgelegten Verbindung. Das Werkzeug dahinter heißt Lighthouse. Daraus entsteht die Punktzahl.

Ein wichtiger Haken: Lighthouse kann INP gar nicht messen, weil im Labor niemand auf die Seite klickt. Stattdessen zeigt es einen Ersatzwert namens TBT (Total Blocking Time). Ein guter TBT ist ein gutes Zeichen, aber keine Garantie für einen guten INP bei echten Besuchern. Google selbst schreibt dazu, dass Labormessungen die Messung in der Praxis nicht ersetzen.

Faustregel: Wenn Sie Felddaten haben, zählen die Felddaten. Die Punktzahl ist ein Werkzeug zum Finden von Ursachen, kein Zeugnis.

„Keine Daten“: Was das für kleine Websites bedeutet

Bei vielen Websites von Handwerksbetrieben, Arztpraxen oder kleinen Gastronomiebetrieben zeigt PageSpeed Insights oben keine Werte an, sondern einen Hinweis, dass nicht genügend Daten vorhanden sind. Das erschreckt viele. Es ist aber kein Fehler und auch keine Strafe.

Es bedeutet nur: Google hat noch nicht genug Besuche von Chrome-Nutzern gesammelt, um verlässliche Felddaten für diese Adresse auszuweisen. Bei einer regionalen KMU-Seite mit überschaubarem Traffic ist das völlig normal.

Was Sie dann tun können:

  • Auf die gesamte Website umschalten: PageSpeed Insights bietet neben der einzelnen Adresse oft auch eine Auswertung für die gesamte Domain (den „Ursprung“) an. Dafür reichen manchmal schon die Daten, wenn sie für eine einzelne Unterseite fehlen.
  • Die Labordaten ernst nehmen: Ohne Felddaten ist der Labortest Ihr bester Anhaltspunkt. Besonders LCP und CLS lassen sich dort gut einschätzen. Für INP schauen Sie auf TBT.
  • Selbst ausprobieren: Öffnen Sie Ihre Seite am eigenen Handy, am besten über mobiles Internet statt WLAN. Tippen Sie aufs Menü, scrollen Sie, füllen Sie das Formular aus. Was Ihnen langsam vorkommt, ist es für Ihre Kunden auch.
  • Echte Messung einrichten: Wer es genau wissen will, kann Messungen bei echten Besuchern selbst erfassen lassen (sogenanntes Real User Monitoring). Das ist eher etwas für Shops und Seiten mit mehr Traffic.

Der Core-Web-Vitals-Bericht in der Google Search Console

Wenn Sie die Google Search Console eingerichtet haben, finden Sie dort einen eigenen Bericht zu den Core Web Vitals. Er fasst ähnliche Seiten zu Gruppen zusammen und zeigt, wie viele Ihrer Adressen gut, verbesserungswürdig oder schlecht sind, getrennt für Mobil und Desktop. Auch hier gilt: Bei wenig Traffic bleibt der Bericht leer oder dünn.

Wichtig für Ihre Erwartungen: Weil Felddaten über einen Zeitraum von 28 Tagen gesammelt werden, sehen Sie Verbesserungen dort nicht am nächsten Tag. Rechnen Sie mit einigen Wochen, bis sich eine Änderung vollständig in den Zahlen zeigt.

Kostenloser Core-Web-Vitals-Check: Werden Sie eine unserer ersten Fallstudien

Sie haben den Selbsttest gemacht und sind sich nicht sicher, was die Werte bedeuten oder wo Sie anfangen sollen? Wir bauen gerade unsere ersten öffentlichen Fallstudien zu Core Web Vitals bei österreichischen KMU-Websites auf und suchen dafür Betriebe, die mitmachen.

So läuft es ab:

  • Wir messen Ihre Website kostenlos und erklären Ihnen die Ergebnisse verständlich.
  • Wir setzen die Optimierungen um.
  • Mit Ihrer Erlaubnis veröffentlichen wir die Werte vorher und nachher hier im Blog. Ohne Ihre Zustimmung wird nichts veröffentlicht.

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Die häufigsten Bremsen bei KMU-Websites, und was wirklich hilft

Bei kleinen Unternehmenswebsites sind es erstaunlich oft dieselben Ursachen. Diese Tabelle hilft Ihnen bei der ersten Einordnung:

Was Sie bemerken Betroffener Wert Häufige Ursache Erster Schritt
Seite bleibt lange weiß, dann erscheint alles auf einmal LCP Langsamer Server, kein Cache Caching aktivieren, Hosting prüfen
Text ist da, das große Titelbild kommt spät LCP Riesiges oder per Lazy Loading verzögertes Titelbild Bild verkleinern, als WebP/AVIF ausliefern, nicht verzögert laden
Menü oder Buttons reagieren träge INP Zu viel JavaScript durch Page-Builder, Plugins, Tracking Unnötige Plugins entfernen, Skripte verzögert laden
Nach dem Klick auf „Akzeptieren“ hängt die Seite kurz INP Cookie-Banner startet viele Tracking-Skripte gleichzeitig Tags im Consent-Tool ausmisten
Inhalte springen beim Laden nach unten CLS Bilder ohne Größenangabe, nachladende Banner oder Schriften Breite/Höhe angeben, Platz reservieren
Eingebettete Karte oder Video schiebt die Seite CLS (und LCP) Google Maps oder YouTube direkt eingebettet Platzhalter mit fester Größe, Laden erst nach Klick

Hosting und Server-Antwortzeit

Bevor der Browser irgendetwas zeigen kann, muss Ihr Server antworten. Ist der Server langsam, wird alles danach langsam. Günstige Hosting-Pakete teilen sich die Leistung oft mit sehr vielen anderen Websites. Ein guter Cache sorgt dafür, dass WordPress eine Seite nicht bei jedem Besuch neu zusammenbauen muss.

Für Betriebe, deren Kunden überwiegend in Österreich sitzen, ist außerdem ein Serverstandort in der Nähe sinnvoll. Ein Hoster in Österreich oder Deutschland erleichtert zudem das Thema Datenschutz. 

Bilder und das große Titelbild

Das Titelbild ist bei den meisten KMU-Seiten das LCP-Element. Typische Fehler: ein Foto direkt aus der Kamera mit mehreren Megabyte, ein Slider mit fünf großen Bildern oder ein Titelbild, das per Lazy Loading erst später geladen wird. Lazy Loading ist für Bilder weiter unten auf der Seite sinnvoll, für das erste große Bild aber das Gegenteil davon.

Page-Builder, Plugins und JavaScript

Page-Builder machen das Gestalten bequem, bringen aber oft viel Code mit, auch für Funktionen, die Sie gar nicht nutzen. Dazu kommen über die Jahre angesammelte Plugins: ein Slider hier, ein Popup dort, drei Plugins für ähnliche Aufgaben. All das muss das Handy Ihrer Besucher verarbeiten, und genau dann reagiert die Seite träge auf Klicks.

Cookie-Banner, Tracking und eingebettete Inhalte

Diesen Punkt übersehen die meisten Ratgeber, dabei betrifft er fast jede Website in Österreich. Wegen der DSGVO brauchen die meisten Seiten ein Consent-Tool, und das hat drei mögliche Nebenwirkungen:

  • LCP: Auf dem Handy ist das Cookie-Banner manchmal das größte sichtbare Element. Lädt das Tool langsam von einem externen Server, verzögert das die Bewertung.
  • INP: Der Klick auf „Alle akzeptieren“ ist oft die erste Interaktion überhaupt. Wenn in genau diesem Moment Analytics, Facebook-Pixel, Google Ads, Chat-Widget und Co. gleichzeitig starten, hängt die Seite spürbar.
  • CLS: Wird das Banner oben in die Seite eingeschoben statt darübergelegt, rutscht der ganze Inhalt nach unten.

Ähnliches gilt für eingebettete Google-Maps-Karten und YouTube-Videos. Hier gibt es eine Lösung, die gleichzeitig dem Datenschutz und der Geschwindigkeit hilft: Zuerst wird nur ein Vorschaubild in fester Größe gezeigt, die eigentliche Karte oder das Video lädt erst nach einem Klick.

Schriften und Layout-Sprünge

Eigene Schriftarten sehen gut aus, laden aber oft nach. Dann wird der Text zuerst in einer Ersatzschrift angezeigt und springt beim Wechsel. Lokal eingebundene Schriften, nur die wirklich benötigten Schriftschnitte und eine passende Einstellung, wie die Schrift beim Laden angezeigt wird, verringern das deutlich. Lokal eingebundene Schriften haben einen Zusatznutzen: Es fließen keine Daten an Dritte.

WordPress: Die wichtigsten Maßnahmen je Messwert

Die meisten KMU-Websites in Österreich laufen auf WordPress. Die gute Nachricht: Für fast jedes Problem gibt es bewährte Lösungen. Die folgenden Punkte sind nach Messwert sortiert, damit Sie gezielt dort ansetzen, wo PageSpeed Insights rot oder orange zeigt.

PageSpeed WordPress Checkliste: Maßnahmen zum Core Web Vitals verbessern, sortiert nach LCP, INP und CLS

LCP verbessern bei WordPress

  • Caching einrichten: Ein Cache-Plugin oder der Server-Cache Ihres Hosters speichert fertige Seiten zwischen. Verwenden Sie nur ein Cache-Plugin, nicht mehrere gleichzeitig.
  • PHP-Version prüfen: In der Verwaltung Ihres Hosters sehen Sie, welche PHP-Version läuft. Eine aktuelle, noch unterstützte Version ist in der Regel schneller und sicherer. Vorher ein Backup machen und testen.
  • Titelbild optimieren: Auf sinnvolle Größe zuschneiden, als WebP oder AVIF ausliefern und das Lazy Loading für dieses eine Bild abschalten. Viele Optimierungs-Plugins und neuere Themes erlauben, das Bild bevorzugt laden zu lassen (Stichworte „Preload“ oder „fetchpriority“).
  • Slider ersetzen: Ein einzelnes, starkes Bild mit klarer Botschaft ist fast immer schneller und verkauft oft auch besser.
  • Render-blockierendes CSS und JavaScript reduzieren: Gute Optimierungs-Plugins können CSS zusammenfassen und JavaScript verzögert laden. Danach unbedingt die Seite durchklicken, weil hier gerne etwas kaputtgeht.

INP verbessern bei WordPress

  • Plugins ausmisten: Gehen Sie Ihre Plugin-Liste durch. Was nicht mehr gebraucht wird, deaktivieren und löschen. Jedes Plugin, das im Frontend Skripte lädt, kostet Reaktionszeit.
  • JavaScript verzögern: Skripte, die nicht sofort gebraucht werden (Chat-Widgets, Social-Media-Einbindungen, manches Tracking), erst nach der ersten Interaktion oder nach dem Laden starten lassen.
  • Tracking im Consent-Tool aufräumen: Prüfen Sie, welche Tags nach der Zustimmung wirklich feuern müssen. Alte Pixel von abgelaufenen Kampagnen bremsen trotzdem.
  • Page-Builder schlank konfigurieren: Viele Page-Builder haben Einstellungen, um ungenutzte Module, Icons oder Animationen nicht zu laden. Bei sehr schweren Seiten kann ein Umstieg auf ein schlankeres Theme oder den WordPress-eigenen Block-Editor sinnvoll sein. Das ist allerdings ein größeres Projekt.

CLS verbessern bei WordPress

  • Bildgrößen angeben: Bilder brauchen Breite und Höhe, damit der Browser den Platz vorab reserviert. WordPress macht das bei normal eingefügten Bildern automatisch. Probleme machen oft Bilder in Page-Builder-Modulen, Logos und Icons.
  • Platz für Einbettungen reservieren: Karten, Videos, Bewertungs-Widgets und Werbeflächen bekommen einen Container mit fester Größe.
  • Cookie-Banner als Overlay: Das Banner sollte über dem Inhalt liegen und ihn nicht nach unten schieben.
  • Schriften lokal einbinden: Google Fonts lokal auf Ihrem Server statt von Google-Servern laden, nur benötigte Schnitte verwenden und die Schriftdarstellung beim Laden passend einstellen (Stichwort „font-display“).
  • Keine nachträglich eingeschobenen Hinweisleisten: „Jetzt 10 % Rabatt“-Leisten, die nach dem Laden oben erscheinen, sind ein klassischer CLS-Auslöser.

Ganz wichtig: Machen Sie vor jeder Änderung ein Backup und ändern Sie immer nur eine Sache auf einmal. Danach neu messen. So wissen Sie, was geholfen hat, und können zurück, falls etwas nicht mehr funktioniert.

WordPress-Website schneller machen lassen

Was zuerst? Eine einfache Reihenfolge

Wenn mehrere Werte rot sind, hilft diese Prioritätenliste. Sie ist nach Wirkung und Aufwand sortiert:

Wenig Aufwand Mehr Aufwand
Große Wirkung Sofort angehen: Caching aktivieren, Titelbild verkleinern und nicht verzögert laden, ungenutzte Plugins löschen, PHP-Version prüfen Einplanen: Hosting wechseln, Page-Builder ersetzen, Tracking-Setup neu aufsetzen
Kleinere Wirkung Nebenbei erledigen: Bildgrößen ergänzen, Schriften lokal einbinden, Cookie-Banner als Overlay Später oder gar nicht: Feinschliff für einen PageSpeed-Score von 100

Die Reihenfolge, die sich bewährt: messen, eine Sache ändern, erneut messen. Und dabei den Blick aufs Geschäft nicht verlieren: Eine Seite, die grün ist, aber kein klares Angebot und keinen sichtbaren Kontaktweg hat, bringt trotzdem keine Anfragen.

Selbst machen, Plugin oder Agentur? Eine ehrliche Entscheidungshilfe

Nicht jede Website braucht eine Agentur. Hier eine ehrliche Einschätzung, welcher Weg zu Ihnen passt:

Selbst machen Optimierungs-Plugin Agentur / Profi
Passt, wenn … Sie sich im WordPress-Backend sicher fühlen und die Probleme klein sind (z. B. ein großes Bild, alte Plugins) Ihre Seite grundsätzlich solide gebaut ist und nur Caching und Dateioptimierung fehlen mehrere Werte rot sind, ein Page-Builder oder Shop im Spiel ist oder die Website Ihr wichtigster Vertriebskanal ist
Ihr Aufwand Einige Stunden Einarbeitung und Testen Einrichtung und gründliches Durchklicken danach Ein Gespräch, Zugänge bereitstellen, Ergebnis prüfen
Kosten Ihre Zeit Kostenlose oder kostenpflichtige Plugins, je nach Funktionsumfang ab 490 € Festpreis, mit Garantie auf grünen LCP (mobil)
Risiko Etwas kaputt zu machen, ohne es zu merken Konflikte mit Theme oder anderen Plugins, z. B. defekte Menüs oder Formulare Gering, wenn Backup und Testumgebung Standard sind
Grenze Strukturelle Probleme (Hosting, Theme, Page-Builder) lassen sich so kaum lösen Ein Plugin kann schlechten Aufbau nicht reparieren, nur abfedern Kostet Geld. Lohnt sich vor allem, wenn über die Website wirklich Umsatz entsteht

Meine ehrliche Empfehlung: Machen Sie zuerst den Selbsttest und die Punkte aus „Sofort angehen“. Wenn sich danach nichts Wesentliches bessert oder Sie unsicher sind, holen Sie sich Unterstützung, bevor Sie stundenlang an Einstellungen drehen.

Checkliste zum Abhaken

  • ☐ PageSpeed Insights für Startseite und wichtigste Unterseite getestet (Mobil zuerst)
  • ☐ LCP, INP und CLS notiert, Felddaten von Punktzahl unterschieden
  • ☐ Bei „Keine Daten“: Auswertung für die gesamte Domain geprüft, Labordaten und eigenes Handy getestet
  • ☐ Backup erstellt
  • ☐ Caching aktiv (nur ein Cache-Plugin)
  • ☐ PHP-Version aktuell
  • ☐ Titelbild verkleinert, modernes Format, nicht verzögert geladen
  • ☐ Ungenutzte Plugins gelöscht
  • ☐ Nicht dringende Skripte verzögert
  • ☐ Tracking-Tags im Consent-Tool aufgeräumt, Cookie-Banner als Overlay
  • ☐ Karten und Videos mit Platzhalter, Laden erst nach Klick
  • ☐ Bilder mit Breite und Höhe, Schriften lokal
  • ☐ Nach jeder Änderung neu gemessen und Seite durchgeklickt (Menü, Formular, Kontakt-Button)
  • ☐ In der Search Console nach einigen Wochen die Entwicklung kontrolliert
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Wenn Sie keine Zeit für die Checkliste haben oder wissen wollen, was bei Ihrer Seite konkret bremst: Wir prüfen Ihre Website kostenlos, setzen die Optimierungen um und veröffentlichen, sofern Sie zustimmen, die Werte vorher und nachher als Fallstudie.

Wir sagen es ehrlich: Es sind unsere ersten Fallstudien zu diesem Thema. Sie bekommen dafür besonders viel Aufmerksamkeit, und wir bekommen echte, überprüfbare Ergebnisse statt schöner Versprechen.

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Häufige Fragen zu Core Web Vitals

Was sind Core Web Vitals?

Core Web Vitals sind drei Messwerte von Google, die die Nutzererfahrung einer Website bewerten: LCP für die Ladegeschwindigkeit, INP für die Reaktion auf Klicks und CLS für die Stabilität des Layouts. Gemessen wird bei echten Besuchern, getrennt nach Handy und Desktop.

Was sind gute Werte für LCP, INP und CLS?

Gut sind ein LCP bis 2,5 Sekunden, ein INP bis 200 Millisekunden und ein CLS bis 0,1. Als schlecht gelten mehr als 4 Sekunden, mehr als 500 Millisekunden und mehr als 0,25. Die Werte müssen bei mindestens 75 % der Seitenaufrufe erreicht werden, und alle drei müssen gut sein.

Sind Core Web Vitals ein Rankingfaktor?

Google empfiehlt gute Core Web Vitals und sagt, dass sie den Anforderungen seiner Ranking-Systeme entsprechen. Wie stark sie zählen, gibt Google nicht bekannt. Sie sind ein Signal unter vielen: Guter, hilfreicher Inhalt bleibt wichtiger, aber eine langsame Seite kostet Sie Besucher und Anfragen.

Was hat INP ersetzt?

INP (Interaction to Next Paint) hat im März 2024 den Wert FID (First Input Delay) abgelöst. Anders als FID misst INP nicht nur die erste Interaktion, sondern die Reaktionszeit über den gesamten Besuch.

Warum zeigt PageSpeed Insights „keine Daten“ an?

Für die Adresse gibt es noch nicht genug Besuche von Chrome-Nutzern, um verlässliche Felddaten auszuweisen. Das ist bei kleinen Websites normal und keine Strafe. Prüfen Sie stattdessen die Auswertung für die gesamte Domain, die Labordaten und Ihre Seite am eigenen Handy.

Warum unterscheiden sich PageSpeed-Punktzahl und Core-Web-Vitals-Bewertung?

Die Punktzahl stammt aus einem simulierten Labortest (Lighthouse), die Bewertung aus Daten echter Besucher. Lighthouse kann INP nicht messen und nutzt als Ersatz TBT. Wenn Felddaten vorhanden sind, sind sie maßgeblich.

Wie lange dauert es, bis Verbesserungen sichtbar werden?

Im Labortest von PageSpeed Insights sehen Sie Änderungen sofort. Die Felddaten bilden laut Google die letzten 28 Tage ab, daher dauert es einige Wochen, bis sich eine Verbesserung vollständig in PageSpeed Insights und der Search Console zeigt.

Welches Plugin verbessert PageSpeed bei WordPress?

Ein gutes Cache- und Optimierungs-Plugin hilft oft schon deutlich, besonders bei LCP. Wichtig ist, nur ein solches Plugin zu nutzen und die Seite danach gründlich zu testen. Ein Plugin kann aber kein langsames Hosting oder einen überladenen Page-Builder reparieren.

Quellen

andre von froschmedia.com

Andre Frosch ist Gründer und Geschäftsführer von FroschMEDIA, einer Agentur für Webdesign, WordPress-Performance sowie E-Commerce- und Amazon-Conversion-Optimierung. Seit 2019 betreibt er seinen eigenen Online-Handel. Dort entwickelt er Produkte, importiert und exportiert sie und verkauft sie auf Amazon und Onlineshops. Von 2021 bis 2024 war er Chief Operating Officer bei Influlens in Villach. Er leitete Amazon- und E-Commerce-Projekte und setzte Strategien für bessere Produktpräsentationen und höhere Verkaufszahlen um. Seit 2023 bringt er diese Erfahrung mit FroschMEDIA zu Shopify-, Amazon- und DTC-Brands sowie zu KMU in Niederösterreich. Seine Schwerpunkte sind WordPress, Amazon (FBA, Listings, PPC), Conversion-Optimierung und individuelle Tools mit React, TypeScript und KI-Integrationen.

Unternehmen brauchen Websites und Shops, die schnell sind, verständlich sind und verkaufen. Was sie nicht brauchen, sind Baustellen, die sie nicht selbst pflegen können.

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